Maria Montessori

 

 

Maria Montessori

wird am 31. August 1870 in Chiaravalle (bei Ancona) geboren.
Sie promoviert 1896 zur ersten Ärztin Italiens - beschäftigt sich mit der Erziehung Zurückgebliebener und fasst die kindliche Entwicklung als Entfaltung nach einem verborgenen, aber festen inneren "Bauplan" auf.


1907 überträgt sie ihre Gedanken auf die Kleinkinderziehung und gründet das erste Kinderhaus ("Casa dei Bambini"). Sie beobachtet, dass sogar schon 3-Jährige zu einer intensiven Konzentration bei entsprechendem Angebot fähig sind und bezeichnet dieses Phänomen als "Polarisation der Aufmerksamkeit". Von da an ist es ihr Bestreben, Übungsmaterial zu finden, das diese Fähigkeit unterstützt. Bald werden weitere Kinderhäuser und Schulen gegründet.
1939 flieht Montessori vor dem Faschismus, lebt und lehrt in Indien. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrt sie nach Europa zurück und unternimmt von da an bis zu ihrem Tod zahlreiche Vortragsreisen.
Sie stirbt am 6. Mai 1952 in den Niederlanden, in Nordwijk aan Zee.

 

 

 Dr. med. Maria Montessori

 

1870 - 1952

Maria MontessoriDas einzige Kind aus einer eher bürgerlichen Familie in Italien des ausgehenden 19. Jahrhunderts, erkämpft sich als erste Frau den Doktorgrad der Medizin. Sie wird hochgejubelt, merkt, dass man sie benutzen will, erprobt sich erfolgreich auf verschiedenen medizinischen Feldern, um durch zahlreiche überraschende Entdeckungen radikal ihr Leben in den Dienst von Kindern zu stellen.

Sie publiziert ihre pädagogischen Grundgedanken, reist in die Vereinigten Staaten, erlebt Erfolg nach Erfolg, siedelt 1916 für über zwanzig Jahre nach Barcelona über, baut dort eine großartige Einrichtung nach ihren Vorstellungen auf, muss dieses Land, von den Faschisten vertrieben, verlassen, reist durch die Welt, findet Heimat in den Niederlanden, engagiert sich zunehmend friedenspolitisch, wird gefeiert in Südamerika und beim Völkerbund in Genf, gründet eine internationale Gesellschaft, nimmt ihren Sohn Mario mit nach Indien, kehrt 1946 nach Europa zurück, nur noch eingeweihten Kreisen bekannt, kann rückblickend den Untergang ihrer Pädagogik in allen totalitären Systemen betrauern, beginnt, schon achtzigjährig, kraftvoll gestützt auf ihren Sohn und verbliebene treue Freunde, mit der Wiederbelebung ihrer Pädagogik nach dem Zweiten Weltkrieg, bis sie am 6. Mai 1952 dann in Nordwijk aan Zee in den Niederlanden stirbt.

Eine detailliertere Darstellung des Lebens Maria Montessoris finden Sie hier.

Kurzer Überblick über die Maria Montessori - Methode

*       Leitsätze:

1. Hilf mir es selbst zu tun

2. Nicht das Kind soll sich der Umgebung anpassen, sondern wir sollten die Umgebung dem Kind anpassen.

3. Selbsttätigkeit führt zur Selbständigkeit

 

*       Kinderhaus: reichhaltiges Angebot an Spielmaterial, Möglichkeit zur Selbständigkeit, freie Beschäftigungsauswahl, individuelles Lerntempo

*       Erziehung und Entwicklung des Geistes durch Übungen des täglichen Lebens, Sinnes-, Sprach-, Mathematik- und kosmisches Material

*       Übergang von Kinderhaus zur Grundschule ist fließend und ohne Bruch, das Kind wird schon vor dem 6. Lebensjahr gefördert, ohne es zu überfordern

*       Konzept der Maria Montessori - Schule: geschlechts- und altersgemischte Gruppen kein 45-Minuten Takt, sachgebundene Arbeit am Entwicklungsmaterial, Lehrer ist Beobachter und Helfer, bzw. Begleiter

*       sachlich und räumlich vorbereitete Umgebung, Wahl- und Bewegungsfreiheit (Arbeit am Tisch oder auf dem Boden), Kontakt mit der Umgebung sammeln: natürliche, sensorische und kulturelle Erfahrungen

*       Kinder haben Zeit zur Entwicklung einer unschätzbaren Konzentrationsfähigkeit

*       Jahrgangsübergreifende Lerngruppen: Ältere Kinder helfen den jüngeren und haben dabei die Möglichkeit der Wiederholung, die anderen sehen im älteren Kind den Helfer (Soziales Lernen)

*       Zeitpunkt zur Erreichung des Ziels im Kinderhaus bleibt dem Kind selbst überlassen

*       Zusammenarbeit mit den Eltern ist wichtig und ausdrücklich erwünscht: die Eltern hospitieren und dürfen Kritik anbringen

*       "Erziehung zum Frieden", sie muss im frühen Kindesalter anfangen, der Erwachsene trägt die Verantwortung für die Entwicklung

*       Kind muss körperliche Aktivitäten frei entfalten können, Bewegung wird in Zusammenhang mit der Intelligenz gesehen: motorische Koordination, räumliches Wahrnehmungsvermögen, Lernen den Körper funktional zu gebrauchen, optimale Entwicklung der Psyche und des Intellekts hängt von physischer Bewegung ab, Umgebung (die bei Montessori eine wichtige Rolle spielt), wird durch Bewegung erforscht, Erlangung der Unabhängigkeit durch Bewegung

*       Unterricht besteht zum größten Teil aus "Freiarbeit"

*       Respekt vor dem menschlichen Lebewesen in allen Stufen seiner Entwicklung

*       Erziehung als Lebenshilfe, Hilfe zur Eroberung der persönlichen Unabhängigkeit

*       vorbereitete Umgebung wird zum Erzieher, der Erwachsene nimmt sich immer mehr zurück (Entwicklung heißt: immer mehr Unabhängigkeit zu erlangen)

*       Erziehung zu Ordnung und harmonischem Miteinander: Material hat einen ganz bestimmten Platz, zu dem es nach Benutzung zurückgebracht werden soll

*       Behinderte Kinder werden in Gruppen integriert (mehr Toleranz, soziales Lernen)

*       Ziele der Erziehung: Selbständigkeit zur Lebensbewältigung, Disziplin, soziale Umgangsformen und Friedfertigkeit

mehr zu den pädagogischen Prinzipien Maria Montessoris und ihrer Anwendung im Kinderhaus

Die Italiener verehren Maria Montessori sehr und würdigten - bis zur Einführung des Euro - ihr Leben und Schaffen auf ihrem 1000-Lire-Schein.

Hier ist er noch einmal zu sehen ... zur Erinnerung.